Effizienter Desktop mit fluxbox

Nach langer Zeit mal wieder ein kleines Posting von mir. Diesmal zum Thema Organisation des Desktops bzw. Windowmanagers

Vor zwei Tagen bin ich auf der Suche nach einem neuen Windowmanager auf Anregung von Seba auf fluxbox umgestiegen. Flott, schlank, stark konfigurierbar. Auch wenn ich nach wie vor ein paar Gimmicks vermisse, habe ich Features entdeckt, die ich glaube ich nicht mehr missen will.

Dinge die ich vermisse

Der System-Monitor von Gnome war doch ganz praktisch. Man konnte in einem Panel die CPU-Auslastung sehen und den Speicherverbrauch. Aktuell habe ich nur die CPU-Auslastung beider CPUs ohne Unterscheidung in Nice, System und IO-Wait. Die wmaker-Docks sind mir zu groß und außerdem nicht im Panel. Ein ’swallow‘ wie damals beim fvwm2 wäre toll, um Anwendungen in das Panel einzubinden.

Die Arbeitsflächen lassen sich nicht zweidimensional anordnen, d.h. ich kann immer nur nach links und rechts, nicht nach oben und unten wechseln. Das war aber relativ effizient, um schnell zwischen Anwendungen zu wechseln. Eine Sache der Gewöhnung, hoffe ich.

Das Killer-Feature

Eines der Killer-Features schlechthin ist aber die Möglichkeit, beliebige Aktionen, per MacroCommand auch mehrere, auf Tastaturshortcuts zu legen.

Nicht nur, dass man damit Dinge wie das Maximieren oder Umschalten der Arbeitsflächen anpassen kann, man kann auch neue Funktionalität schaffen, zum Beispiel einer Anwendung eine Tastenkombination zuordnen und sie nur dann starten wenn sie noch nicht läuft.

Aktuell ist mein fluxbox nun so konfiguriert, dass Programme wie Firefox, Thunderbird, etc. eine Tastenkombination haben, die entweder auf die Arbeitsfläche mit der Anwendung umschaltet und sie anzeigt oder aber eine Dialogbox aufpoppt mit der Frage, ob sie gestartet werden soll. Zusätzlich ist den Anwendungen eine Arbeitsfläche und Größe fest zugeordnet, auf der sie starten sollen.

Läuft die Anwendung also noch nicht, startet sie unsichtbar auf ihrer Arbeitsfläche und ich kann dann später dorthin umschalten, sobald sie bereit ist.

Gerade das Umschalten zum Instant-Messenger oder Mediaplayer und wieder zurück zum Browser oder der IDE ist damit sehr schnell möglich.

Hinweis: Eventuell klappt das nur mit der aktuellen git-Version von fluxbox, da NextWindow unter Umständen nicht alle Workspaces durchsucht.

Hier die relevanten Auszüge:

~/.fluxbox/keys:

Mod4 C :Reconfigure
Mod4 F :If {Some Matches (class=Iceweasel)} {NextWindow (class=Iceweasel)}  {Exec ~/.fluxbox/bin/fbexec.sh iceweasel}
Mod4 G :If {Some Matches (class=Gmpc)     } {NextWindow (name=gmpc) (class=Gmpc)} {Exec ~/.fluxbox/bin/fbexec.sh gmpc }
Mod4 M :If {Some Matches (class=Icedove)  } {NextWindow (class=Icedove) } {Exec ~/.fluxbox/bin/fbexec.sh icedove}
Mod4 P :If {Some Matches (class=Pidgin)   } {NextWindow (class=Pidgin)  } {Exec ~/.fluxbox/bin/fbexec.sh pidgin }
Mod4 R :If {Some Matches (class=RSSOwl)   } {NextWindow (class=RSSOwl)  } {Exec ~/.fluxbox/bin/fbexec.sh ~/bin/RSSOwl.sh}

Anm: Mod4 ist die ‚Windows‘-Taste. Die Werte für class habe ich der apps-Datei entnommen, die fluxbox automatisch erweitert, wenn man mit der rechten Maustaste auf eine Titelleiste klickt und ‚Remember‘ anklickt um Attribute wie den Workspace der Anwendung zu speichern. Alternativ geht auch xprop oder wmctl -l

~/.fluxbox/apps:

...
[app] (name=Navigator) (class=Iceweasel) (role=browser)
  [Workspace]   {5}
  [Dimensions]  {1198 682}
  [Position]    (UPPERLEFT)     {0 80}
[end]
...

~/.fluxbox/bin/fbexec.sh:

#!/bin/sh

#timeout returnes 0 (success) thus we have to use || here:
xmessage -center -buttons 'yes:1,no:0'  -timeout 5 "about to exec $@" || exec "$@"
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